Während Fußball-Deutschland mit Jogis Jungs um den WM-Titel fiebert, könnte der Bundestag unbequeme Gesetze leichter durchwinken. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Politik im Schatten der WM die Kassen auffrischt: Im Sommermärchen 2006 wurde die Mehrwertsteuer erhöht, zur WM 2010 der Krankenkassenbeitrag.

Rückblick: Mehrwertsteuer, Krankenkassensatz, Meldegesetz

„Kein Politiker kann sich heute leisten, kein Fußball-Fan zu sein.“

Während bei der WM 2006 in Deutschland für die Fans ein Sommermärchen wahr wird, beschließen Bundestag und Bundesrat, die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Ab Januar 2007. Von 16 auf 19 Prozent. Ab Januar 2007.

2010. WM in Südafrika. Am 7. Juli verliert Deutschland das Halbfinale gegen Spanien. Einen Tag vorher haben die Spitzen von Union und FDP bei einem Treffen in Kanzleramt beschlossen: Der Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen steigt. Von 14,9 Prozent auf 15,5.

Dann kommt der 28. Juni 2012. Halbfinale der Europameisterschaft. Deutschland gegen Italien. Rund 28 Millionen verfolgen das Spiel im Fernsehen oder auf der Leinwand. Im Bundestag sitzen zu dem Zeitpunkt 26 Abgeordnete.

„Man könnte dann tatsächlich jedes Thema durchbringen, egal wann und wo, Hauptsache es ist während eines Fußballspiels. Ich glaube, die unmöglichsten Gesetze werden da durchgebracht einfach nur, weil Fußball läuft.“

Vor allem: Auch die Presse schaut lieber Fußball!

Den interessanten Beitrag, der für die österreichische Medienlandschaft genauso gilt, gibt’s auf deutschlandfunk.de nachzulesen.

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