Die industrielle Produktion von Fleisch verschwende Ressourcen, schade der Umwelt und sei ethisch inakzeptabel, meinen viele Befürworter des Vegetarismus. Die einzige Alternative und der einzige Weg, den Planeten zu retten, sei, gänzlich auf Tierprodukte zu verzichten und ganz einfach ausschließlich pflanzliche Lebensmittel zu essen. Wer es sich so einfach macht, erliegt jedoch nicht nur einem Trugschluss, sondern er verschlimmert potentiell genau die Probleme, die er vermeiden will, so Felix Olschewski von urgeschmack.de.

Viele Vegetarier und Veganer glauben, dass für ihre Ernährung niemand sterben müsse. Die durch die Pflanzenproduktion entstandenen Kollateralschäden bleiben dabei allerdings außer Acht gelassen. Und diese sind teils 25 mal höher als bei der Produktion von Weidefleisch. Ja, richtig gelesen: Pro kg nutzbaren Proteins aus Getreide werden hier 25 mal mehr fühlende Wesen getötet als durch nachhaltige Fleischproduktion! Außerdem leidet auch die Umwelt stärker unter der Pflanzenproduktion!

Soja, die gern und meist genannte Alternative zu Fleisch, wird in Monokulturen angebaut. Das bedeutet, dass hektarweise immer ein und dieselbe Pflanze wächst, um bei der Pflege und der Ernte den Größenvorteil nutzen zu können. Gesunde Ökosysteme sind allerdings nie Monokulturen, denn diese sind anfällig: Wenn in einer Monokultur eine Krankheit ausbricht, sind in der Regel alle Pflanzen betroffen. Weiterhin mangelt es an Vielfalt, um das System zu stabilisieren. Die Mais- und Sojawüsten sind kein gesunder Lebensraum für Wildtiere und selbst Insekten können relativ wenig mit Monokulturen anfangen. Der Anbau pflanzlicher Lebensmittel führt so zu Bodendegradierung, langfristig kann dies in Desertifikation enden. Darüber hinaus kommen Herbizide, Pestizide, Insektizide und große Mengen synthetischen Düngers zum Einsatz, die allesamt eine schwere Belastung der Ökosysteme darstellen und direkt für den Tod von Tieren verantwortlich sind. So kann man ohne weiteres festhalten, dass mehr Tiere durch Pflanzenanbau sterben als durch Tierzucht.

Weiterlesen auf Urgeschmack: Verursachen Vegetarier mehr Blutvergießen als Fleischesser?

2 thoughts on “Vegetarismus umweltschädlicher als Fleischkonsum

  1. Ein bischen einseitig ist der erwähnte Beitrag ohnehin
    Zuallererst bezieht sich Herr Felix Olschewski einzig allein auf Weidehaltung von Rindern.
    Weidehaltung ist ökonomisch sinnvoll, wenn man denn dieses Ökosystem nutzen möchte.
    ABER: Weidehaltung macht nur einen Bruchteil der Rinderproduktion aus. Bei Zufutter und Mast wird
    10 mal mehr Fläche für Futteranbau genutzt um die selbe Energiedichte in Form von Fleisch zu gewinnen.
    Das heißt das bei üblicher Masthaltung 10 mal mehr Tiere sterben als bei veganer Ernährung.
    Oder bei üblicher Masthaltung 250 mal mehr Tiere Sterben als bei Weidehaltung. Ja Richtig gerechnet 😉
    Gerade die Sojaproduktion mit ihrem zurecht schlechten Ruf wird allerdings in der Tierproduktion als Mastfutter eingesetzt. Über 90% der weltweiten Sojaproduktion geht in die Tiermast.
    Zudem hat Olschewski bereits ergänzt:
    (Nachtrag 24.1.2014: Und noch einmal die Betonung: Das alles trifft natürlich auch auf die Futtermittelproduktion für die industrielle Rinderhaltung zu. Deswegen wird diese schon weiter oben im Artikel als gangbar ausgeschlossen.)

    Weiterlesen bei Urgeschmack: Verursachen Vegetarier mehr Blutvergießen als Fleischesser? – http://www.urgeschmack.de/verursachen-vegetarier-mehr-blutvergiessen-als-fleischesser/

    Um das ganze abzuschließen: Der bezug auf die Rinderproduktion hinkt, da größtenteils (zumindest in Europa) Schweine und auch Geflügel verzehrt werden, für die eine Weidehaltung zur Fütterung ausgeschlossen ist.
    Sicher kommen in der Landwirtschaft generell Tiere zu schaden, das lässt sich schlecht vermeiden.
    Ich denke darauf wollte Felix Olschewski in seinem Beitrag aufmerksammachen.
    Leider hat Herr Olschewski seine Kommentarfunktion momentan deaktiviert, da viele aufgebrachte Vegetarier/Veganer sich persönlich angegriffen fühlten. Ansonsten hätte ich ihm gerne noch zu bedenken gegeben: Ja, Weidehaltung erzeugt wesentlich weniger CO2 ausstoß als Masthaltung, ABER sehr viel mehr Methanausstoß bedingt durch die Verdauung der Kühe. Methan ist ein sehr potentes Treibhausgas und hat wesentlichen Einfluss auf unsere Ozonschicht

    Was sich allerdings vermeiden lässt ist der Kauf von überregionalen Produkten.
    Und eingeschränkt werden sollte auch der Konsum von tierischen Produkten,
    die wohl wenn wir sie kaufen Regional zu einem Großteil der Gesamtbevölkerung
    nicht aus Weidehaltung kommt.

    Vergleichstechnisch gewinnt immernoch der Veganer vor dem Vegetarier und dem Omni,
    wenn es um genutzte Anbauflächen in der Nahrungsmittelproduktion (pro Kopf) geht.
    Das soll kein Statement für den Veganismus sein, sondern ist ein Faktum

    Beste Grüße,
    der buergerliche Sam

  2. danke für ihre fakten, die sehr interessant und wichtig klingen. bei dem punkt „vermeidung von überregionalen produkten“ bin ich voll bei ihnen. lieber die traditionellen bauernmärkte oder den hof vor ort einem besuch abstatten, als totes fleisch nur von den großmärkten zu beziehen.

Schreibe einen Kommentar